CipherX: Die Zukunft des Tätowierens ohne Tätowiermaschine?


2026 | CipherX · iScience
Offizielles Bild des CipherX-Patches
CipherX –
Die Zukunft des Tätowierens?
Das Tätowieren ohne Maschine ist bereits Realität.
01.

Ein Tattoo, das
mit einem Pflaster
aufgebracht
wird
Die Funktionsweise unterscheidet sich von der eines herkömmlichen Tattoos. Anstelle einer Tätowiermaschine verwendet CipherX ein Einweg-Pflaster, das winzige, lösliche Strukturen von weniger als einem Millimeter enthält, die das Pigment in die Haut transportieren. Der vom Unternehmen beschriebene Vorgang ist einfach: 1. Anbringen: Ein Mitarbeiter bringt das Pflaster mit einem speziellen Gerät an. 2. Wartezeit: Das Pflaster verbleibt etwa 15 Minuten auf der Haut, während die Mikrostrukturen das Pigment abgeben.
3. Ergebnis: Nach dem Entfernen wird das Motiv sichtbar und kann sich in den folgenden Stunden noch weiter herauskristallisieren. Der gesamte Termin dauert laut CipherX etwa 25–30 Minuten. Derzeit ist der Service in London verfügbar, wird ausschließlich von Mitarbeitern des Unternehmens durchgeführt und kostet etwa 50 Pfund pro Tattoo.
Kleine Zeichnungen,
große Einschränkungen
Derzeit lassen sich mit dieser Technologie nur sehr kleine Tattoos anfertigen. Microdot-Tattoos bestehen aus Punkten, die in einem Raster angeordnet sind, und weisen nach den vorliegenden Informationen folgende Merkmale auf:
Größe Farbe Muster Individuelle Gestaltung Anwendung Angegebene Lebensdauer
Was die kreative Freiheit angeht, ist diese Technologie daher nicht mit dem traditionellen Tätowieren vergleichbar. Ein Tätowierer kann individuelle, komplexe, künstlerische und großformatige Werke schaffen. Ein CipherX-Patch kann das – zumindest derzeit – noch nicht.
ca. 15 mm Schwarz Vordefinierte Symbole und Motive Begrenzt Persönlich (CipherX) Dauerhaft
02.

Dauerhaft
schmerzfrei
An dieser Stelle muss man zwischen Marketing und Fakten unterscheiden. CipherX präsentiert seine Technologie als schnell, schmerzfrei und dauerhaft. Aber inwieweit wurde dies überprüft?
Schmerzen Einige Journalisten, die die Behandlung ausprobiert haben, berichten, dass sie lediglich einen leichten Druck oder ein Kribbeln verspürt hätten. Es handelt sich dabei um individuelle Erfahrungen, nicht um klinische Studien.
Haltbarkeit Die Haltbarkeit des Tattoos wird vom Hersteller angegeben, doch in den konsultierten Quellen finden sich keine veröffentlichten unabhängigen Studien zur Haltbarkeit des Produkts CipherX im Laufe der Zeit.
Sicherheit Es wird als kontrollierter Prozess beschrieben, es wurden jedoch keine veröffentlichten unabhängigen klinischen Bewertungen zu diesem Produkt gefunden.
Die Technologie gibt es bereits. Ihre langfristige Leistungsfähigkeit muss sich jedoch erst noch bewähren.
03.
Was sagt die
Die Idee, Tätowierungen mithilfe löslicher Mikronadeln anzubringen, stammt nicht von CipherX. Im Jahr 2022 veröffentlichte eine Forschergruppe des Georgia Institute of Technology in der Fachzeitschrift iScience eine Studie über Tätowierungen mit Mikronadel-Pflastern. Die Ergebnisse zeigten, dass es möglich ist, Pigmente mithilfe löslicher Mikrostrukturen in die Haut einzubringen. In den an Ratten durchgeführten Tests blieben die Markierungen mindestens ein Jahr lang sichtbar. Es gibt jedoch einen wesentlichen Unterschied: Die Studie bezieht sich nicht auf CipherX und belegt nicht, dass dessen Produkt die gleiche Haltbarkeit oder Sicherheit aufweist. Die Forschung bestätigt, dass das technologische Prinzip plausibel ist, lässt jedoch noch keine endgültigen Schlussfolgerungen hinsichtlich kommerzieller Anwendungen zu.

Wissenschaft dazu?
04.
des Tattoos?
Die Zukunft

Derzeit stellen Microdot-Tattoos keine direkte Alternative zur Arbeit von Tätowierern dar. Die geringe Größe, die begrenzte Auswahl an Motiven und das Fehlen individueller Gestaltungsmöglichkeiten machen sie zu einer ganz anderen Kategorie als künstlerische Tätowierungen. Die Technologie könnte jedoch neue Möglichkeiten eröffnen, insbesondere für diejenigen, die sich ein sehr kleines Tattoo wünschen, aber vor der traditionellen Tätowierung zurückschrecken. Es bleiben jedoch einige wichtige Fragen offen: – Wie lange halten die Tattoos tatsächlich? – Welche langfristigen Auswirkungen haben sie auf die Haut? – Wie werden sich Größe, Farben und Individualisierungsmöglichkeiten weiterentwickeln? – Welche Sicherheitsprüfungen werden mit einer möglichen Verbreitung des Systems einhergehen? Eine neue Technologie, noch keine Revolution. CipherX stellt einen interessanten Ansatz im Bereich der Tätowierung dar, doch die derzeit verfügbaren Informationen reichen nicht aus, um es als etablierte Alternative zu bezeichnen. Für Fachleute der Branche lohnt es sich, die Entwicklung weiter zu verfolgen und dabei stets zwischen Innovation, kommerziellen Versprechungen und wissenschaftlichen Belegen zu unterscheiden.
05.
Quellen und weiterführende Informationen

Dr. Ferdinand Kohle CEO & Mitbegründer Materialwissenschaftler, Designer und Unternehmer. Er promovierte an der Cornell University und erwarb einen Master-Abschluss in Innovation Design Engineering am Royal College of Art und am Imperial College London. Seine Fachkenntnisse reichen von Nanomaterialien bis hin zu Technologien, die am menschlichen Körper angewendet werden. Seine persönliche Abneigung gegen Nadeln und Blut veranlasste ihn dazu, eine neue Art der Interaktion mit der Haut zu entwickeln, woraus CipherX entstand.

Karl-Anton Harms CTO & Mitbegründer Arzt und Forscher mit Spezialisierung auf Hauterkrankungen und Mikronadeltechnologien. Er studierte Medizin und Biomedizin an der Monash University und arbeitete im Bereich der plastischen Chirurgie und der Verbrennungsbehandlung am Alfred Hospital in Melbourne. Anschließend absolvierte er ein Doktoratsstudium am Imperial College London und trug dort zur Entwicklung der Technologien bei, auf denen CipherX basiert.
01 CipherX Offizielle Website und Informationen zu Microdot-Tattoos.
02 Georgia Institute of Technology · iScience (2022)
03 The Verge Eigene Erfahrungen mit Microdot-Tattoos.
04 FAD Magazine Eigene Erfahrungen mit CipherX.
05 uPATCH Informationen zur Technologie und zum Applikator.
Das Tätowieren ohne Maschine ist bereits Realität.
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